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Offroad-Training für Einsatzkräfte

Offroad-Training für Einsatzkräfte

Sicher und effizient im Ernstfall durch professionelles Fahrtraining

Wenn Sekunden über Leben entscheiden

Als im Juli 2021 das Hochwasser das Ahrtal verwüstete, standen THW-Helfer vor einer kritischen Situation: Zerstörte Brücken, unterspülte Straßen, meterhoher Schlamm. Die kürzeste Route zum Einsatzort? Durch unwegsames Gelände, das die wenigsten Fahrer je zuvor befahren hatten. Wer in solchen Momenten nicht weiß, wie man einen 7,5-Tonner durch 30-Grad-Querneigung steuert oder wann eine Differentialsperre mehr schadet als hilft, riskiert nicht nur das Fahrzeug – sondern Menschenleben.

Professionelles Offroad-Training ist für Rettungskräfte, Feuerwehren und Hilfsorganisationen deshalb keine Kür, sondern Pflicht. Dieser Artikel zeigt, worauf es dabei wirklich ankommt.

Klimawandel und Extremwetter: Warum Offroad-Kompetenz dringlicher wird

Die Einsatzzahlen des THW und anderer Hilfsorganisationen steigen dramatisch – und der Trend setzt sich fort. Der Klimawandel führt zu immer häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen, die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen stellen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • Historische Einsatzspitzen: Das Jahr 2021 mit der Ahrtal-Flut war eines der einsatzstärksten Jahre in der Geschichte des THW. Allein bei dieser Katastrophe waren über 17.000 Helfer im Dauereinsatz.
  • Steigende Einsatzstunden: Laut Umweltbundesamt zeigen die Einsatzstunden bei wetter- und witterungsbedingten Katastrophen im Bevölkerungsschutz einen steigenden Trend. Starkregen, Hochwasser und Waldbrände nehmen messbar zu.
  • Zunahme von Extremereignissen: Eine UN-Studie belegt: Seit 1960 gibt es mehr Stürme, Hochwasser und Erdrutsche – und diese werden zudem intensiver und folgenschwerer.
  • Prognose: Die Führung des THW geht davon aus, dass die Einsatzzahlen aufgrund extremer Wetterereignisse künftig weiter zunehmen werden. Jeder Einsatz bedeutet: Fahrzeuge müssen durch unwegsames, oft zerstörtes Gelände.

Was bedeutet das konkret? Einsatzkräfte müssen häufiger durch aufgeweichte Waldwege, überflutete Straßen oder von Erdrutschen blockierte Zufahrtswege navigieren. Fahrzeuge, die gestern noch auf Asphalt unterwegs waren, stehen heute knietief im Schlamm. Wer nicht weiß, wie man schwere Nutzfahrzeuge unter diesen Bedingungen sicher bewegt, wird zum Hindernis statt zur Hilfe. Professionelles Offroad-Training ist deshalb keine Option mehr – es ist eine Notwendigkeit.

Einsatzstunden bei wetter- und witterungsbedingten Schäden

Offroad Training Einsatzfahrzeug

Warum ein Standard-Fahrtraining nicht mehr ausreicht

Ein normaler Lkw-Führerschein bereitet auf Autobahnen und Bundesstraßen vor – nicht auf Waldwege nach Starkregen oder steile Böschungen im Katastrophengebiet. Die Herausforderungen im Gelände unterscheiden sich fundamental:

  • Untergrundwechsel: Innerhalb weniger Meter kann der Boden von festem Schotter zu tiefem Schlamm wechseln. Wer hier die Traktion verliert, gräbt sich innerhalb von Sekunden fest.
  • Extreme Neigungen: Bei 35 Grad Querneigung verschiebt sich der Schwerpunkt so stark, dass bereits leichte Lenkbewegungen zum Kippen führen können – besonders bei Fahrzeugen mit hohem Aufbau.
  • Technik unter Stress: Differentialsperren, Untersetzungsgetriebe, Reifendruckanpassung – Systeme, die im normalen Fahrbetrieb nie zum Einsatz kommen, müssen im Gelände instinktiv beherrscht werden.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Waldbrandbekämpfung in Brandenburg musste ein Tanklöschfahrzeug (TLF) durch sandigen Kiefernwald zu einem abgelegenen Brandherd. Der Fahrer aktivierte vorsorglich die Differentialsperre – ein fataler Fehler. Im Sand führte die starre Achsverbindung zum sofortigen Eingraben. Das Fahrzeug musste von einem zweiten TLF geborgen werden, wertvolle 40 Minuten gingen verloren. Ein geschulter Fahrer hätte gewusst: Im Sand bleibt die Sperre aus, stattdessen zählt Schwung und kontinuierliche Bewegung.

Was ein gutes Offroad-Training für Einsatzfahrzeuge ausmacht

 

Theorie: Verstehen, nicht auswendig lernen

Die theoretische Grundlage vermittelt physikalische Zusammenhänge, die im Ernstfall entscheidend sind:

  • Traktionsverteilung: Wie reagiert ein Allradantrieb bei durchdrehendem Vorderrad? Wann hilft eine Längssperre, wann eine Quersperre?
  • Schwerpunktdynamik: Warum verschiebt sich der Schwerpunkt eines 3.500-kg-GW-L bei Bergabfahrt nach vorne – und weshalb führt dann starkes Bremsen fast zwangsläufig zum Überschlag?
  • Untergrundmechanik: Sand, Schlamm, Schnee, Geröll – jeder Untergrund erfordert unterschiedliche Techniken. Was im Schlamm funktioniert (niedrige Drehzahl, gleichmäßiger Zug), kann im Sand (höhere Drehzahl, Schwung) zum Stillstand führen.

Gute Trainer arbeiten mit Visualisierungen und Simulationen. Ein Beispiel: Teilnehmer berechnen gemeinsam den Kippwinkel ihres Fahrzeugs. Ein Unimog mit 2,30 m Radstand und 1,80 m Schwerpunkthöhe kippt theoretisch bei 52 Grad – praktisch liegt die Grenze wegen dynamischer Lasten bei etwa 40 Grad. Diese Zahl im Kopf zu haben, schützt vor Selbstüberschätzung.

Praxis: Kontrollierte Grenzerfahrung

Das Training auf einem professionellen Gelände – beispielsweise einem Offroad-Park oder THW-Übungsgelände – simuliert Extremsituationen unter sicheren Rahmenbedingungen:

  • Steigungen und Gefälle: Übungsrampen mit 25–35 Grad Neigung, bei denen Teilnehmer lernen, Motor, Kupplung und Bremse dosiert einzusetzen. Der häufigste Anfängerfehler bei Bergabfahrten? Zu starkes Bremsen, das die Vorderachse überlastet und zum Kontrollverlust führt.
  • Wasserdurchfahrten: Nicht jede Furt ist befahrbar. Teilnehmer lernen, Wassertiefe einzuschätzen (Faustregel: maximal halbe Radhöhe), die Strömung zu bewerten und die Watgeschwindigkeit anzupassen. Eine zu schnelle Durchfahrt drückt Wasser in den Motorraum – eine zu langsame riskiert das Festfahren.
  • Schlamm- und Sandpassagen: Hier zeigt sich, ob Fahrer die Theorie verinnerlicht haben. Im Schlamm gilt: niedrige Drehzahl, niedriger Gang, konstante Geschwindigkeit. Im Sand dagegen: Schwung aufbauen, höhere Drehzahl, keine abrupten Lenkbewegungen.
  • Seilwindentraining: Die Seilwinde ist oft die letzte Rettung – aber nur, wenn sie richtig eingesetzt wird. Häufige Fehler: Falscher Anschlagpunkt (zu hoch = Kippen), fehlende Umlenkrolle (halbierte Zugkraft), keine Seilabdeckung (bei Seilbruch wird die Winde zum Geschoss).

Ein professionelles Training arbeitet mit gestaffelten Schwierigkeitsgraden. Anfänger beginnen auf ebenem Gelände mit leichten Hindernissen, fortgeschrittene Teilnehmer bewältigen Kombinationen – etwa eine 30-Grad-Querneigung mit gleichzeitiger Steigung auf lockerem Untergrund.

Spezialtraining für verschiedene Fahrzeugklassen

Fahrzeugklasse Trainingsschwerpunkte & Risiken Praxis / Lösung
Leichte Fahrzeuge (bis 3,5 t)
(z.B. VW Amarok, G-Klasse)
Gewichtsverteilung: Hoher Schwerpunkt durch Dach-Equipment; Kippgefahr steigt (Kippgrenze sinkt von 40° auf 30°).
Technik: Korrekte Wahl zwischen 4H (High) und 4L (Low).
Einsatz von 4L bei niedriger Drehzahl für kontrolliertes Überwinden von Hindernissen (z.B. Bachbetten), um Traktion ohne Durchdrehen zu halten.
Mittelschwer (bis 7,5 t)
(z.B. GW-L, TLF, THW-Fahrzeuge)
Dynamik: Hecklastigkeit bei teilbeladenen Tanks führt zu Traktionsverlust vorne.
Wendigkeit: Lange Radstände erschweren Kurvenfahrt in Wäldern.
Teilnehmer trainieren den drastischen Unterschied zwischen vollem und halbleerem Tank, insbesondere bei Bremsmanövern und Kurvenlagen.
Schwere Lkw (ab 12 t)
(z.B. WLF, RW, Krane)
Physische Grenzen: Massive Wendekreise (bis 20m) und geringe Bodenfreiheit (30-35cm).
Gefahr: Aufsetzer an Kuppen; Hinterachsentlastung führt zum Festfahren.
Kompensation durch vorausschauende Routenplanung, präzise Lenkarbeit und den Einsatz von Hilfsmitteln wie Sandblechen oder Rampen.

Typische Fehler – und wie man sie vermeidet

Selbst erfahrene Fahrer machen im Gelände Fehler, die teuer oder gefährlich werden können. Die häufigsten:

Zu viel Gas bei durchdrehenden Rädern

Gas wegnehmen, Fahrzeug rollen lassen, neu anfahren mit weniger Kraft. Durchdrehende Räder graben sich nur tiefer ein.

Differentialsperre im falschen Moment

Sperre nur bei stehendem oder langsam rollendem Fahrzeug aktivieren. Nie in Kurven einschalten – das blockiert die Lenkung.

Zu schnell durch Wasserfurten

Schrittgeschwindigkeit (5–7 km/h). Eine Bugwelle drückt Wasser in Ansaugung und Elektronik. Nach der Durchfahrt: Bremsen vorsichtig trocknen.

Stehenbleiben auf halber Steigung

Wer auf einer 30-Grad-Steigung anhält, kommt oft nicht mehr an. Entweder durchfahren – oder kontrolliert rückwärts zurücksetzen, neu ansetzen.

Ein gutes Training simuliert genau diese Fehlersituationen in sicherer Umgebung. Teilnehmer lernen nicht nur die Theorie, sondern erleben am eigenen Leib, was passiert, wenn man falsch reagiert – und wie man es besser macht.

 

Fazit: Training rettet Leben

Offroad-Fahren im Einsatz ist kein Abenteuer – es ist eine technische Disziplin, die Wissen, Übung und Respekt vor dem Gelände erfordert. Wer glaubt, ein Allrad-Fahrzeug komme überall durch, unterschätzt die Physik und überschätzt die Technik.

Ein professionelles Offroad-Training vermittelt nicht nur Fahrtechnik, sondern Urteilsvermögen: Wann ist eine Passage befahrbar – und wann ist es klüger, einen Umweg zu nehmen? Wann braucht es die Seilwinde – und wann reicht ein zweiter Anlauf mit angepasster Technik?

Im Ernstfall – ob Hochwasser, Waldbrand oder Bergungsaufträge nach Unwettern – entscheidet genau dieses Wissen darüber, ob Hilfe rechtzeitig ankommt. Oder ob ein festgefahrenes Fahrzeug zum Hindernis wird, statt zur Rettung.

Ein professionelles Offroad-Training ist eine Investition – in Sicherheit, Material und Effizienz.

© TUFA GmbH/Mercedes-Benz Offroad

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Fahrberechtigung nach OEM Norm

Fahrberechtigung nach OEM Norm

Der unverzichtbare Standard für dienstliche Geländefahrten

Warum die Offroad-Fahrberechtigung für viele OEM´s Pflicht ist!

Für Original Equipment Manufacturers (OEMs), große Zulieferer und Entwicklungsdienstleister sind Erprobungs- und Validierungsfahrten im Gelände Alltag. Doch das Führen von Dienstfahrzeugen abseits befestigter Straßen erfordert spezifisches Fachwissen und birgt ohne entsprechende Qualifikation hohe Risiken.

Die eintägige Offroad-Fahrberechtigung ist daher nicht nur eine Empfehlung, sondern oft eine zwingende Voraussetzung für dienstliche Fahrten im Gelände. Sie stellt sicher, dass das Personal die Fahrzeuge sicher, material-schonend und im Einklang mit der Unternehmens-Haftungsgrundlage bewegt.

Sicherheit, Fahrphysik und Verhalten in kritischen Situationen

Die Schulung beginnt mit einem fundierten Theorieblock, der das nötige Verständnis für die Herausforderungen im Offroad-Einsatz schafft.

>>> 2.1. Grundlagen der Fahrphysik im Gelände

  • Fahrzeugspezifika: Verständnis von Böschungswinkel, Rampenwinkel und Bodenfreiheit – die kritischen Maße zur Vermeidung von Aufsetzen und Schäden.

  • Antriebstechnik: Korrekte Anwendung von Untersetzung (Low-Range), Differentialsperren (Längs- und Quersperren) und elektronischen Fahrhilfen wie dem Bergabfahrassistenten.

  • Materialschutz: Das Vermeiden von Verspannungen im Antriebsstrang bei der Nutzung von Sperren auf griffigem Untergrund.

>>> 2.2. Sicheres Verhalten und Kommunikation

  • Sicherheitsregeln: Einhaltung strikter Offroad-Betriebsregeln.

  • Kommunikation und Sichtzeichen: Klare Verständigung zwischen Fahrer und Einweiser (Spotter) bei unübersichtlichen Passagen.

  • Fahren im Wasser: Bestimmung der Wattiefe, Gefahren durch Strömung und Schutz technischer Komponenten vor Schäden.

Offroad Fahrberechtigung

Sicherheit, Fahrphysik und Verhalten in kritischen Situationen

Die Schulung beginnt mit einem fundierten Theorieblock, der das nötige Verständnis für die Herausforderungen im Offroad-Einsatz schafft.

>>> 2.1. Grundlagen der Fahrphysik im Gelände

  • Fahrzeugspezifika: Verständnis von Böschungswinkel, Rampenwinkel und Bodenfreiheit – die kritischen Maße zur Vermeidung von Aufsetzen und Schäden.

  • Antriebstechnik: Korrekte Anwendung von Untersetzung (Low-Range), Differentialsperren (Längs- und Quersperren) und elektronischen Fahrhilfen wie dem Bergabfahrassistenten.

  • Materialschutz: Das Vermeiden von Verspannungen im Antriebsstrang bei der Nutzung von Sperren auf griffigem Untergrund.

>>> 2.2. Sicheres Verhalten und Kommunikation

  • Sicherheitsregeln: Einhaltung strikter Offroad-Betriebsregeln.

  • Kommunikation und Sichtzeichen: Klare Verständigung zwischen Fahrer und Einweiser (Spotter) bei unübersichtlichen Passagen.

  • Fahren im Wasser: Bestimmung der Wattiefe, Gefahren durch Strömung und Schutz technischer Komponenten vor Schäden.

Technisches Detailwissen: Das Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug

Um die Fahrberechtigung fundiert abzuschließen, geht die Schulung tief ins Detail der Fahrzeugtechnik und deren Anwendung im Gelände.

>>> Verstehen der Offroad-Spezifika des Fahrzeugs

Jedes Geländefahrzeug hat spezifische Grenzbereiche, die der Fahrer kennen muss, um Schäden zu vermeiden und sicher zu operieren.

  • Winkel und Abmessungen: Die Teilnehmer lernen, wie Böschungswinkel (vorn/hinten), Rampenwinkel und die Bodenfreiheit die Passierbarkeit von Hindernissen bestimmen. Es ist entscheidend zu wissen, wie man mithilfe der Maße den Punkt P auf der Fahrbahn wählt, um nicht aufzusetzen.

  • Antriebs- und Fahrhilfen: Die korrekte Nutzung von Untersetzung (Low-Range), Differentialsperren (Längs- und Quersperren) und elektronischen Fahrhilfen wie Bergabfahrassistenten (HDC) wird intensiv trainiert. Wann setze ich welche Sperre ein, um maximale Traktion zu erzielen, ohne das Fahrzeug unnötig zu verspannen?

  • Reifendruck-Management: Das Anpassen des Reifendrucks an den Untergrund (z. B. Reduzierung im Sand) zur Vergrößerung der Aufstandsfläche und Verbesserung der Traktion ist ein kritischer Punkt der Schulung.

>>> Gefahr der Verspannung und Lastwechsel

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Verständnis der mechanischen Beanspruchung:

➡️ Wichtig: Beim Fahren mit eingeschalteten Sperren (insbesondere bei permanentem Allrad) auf griffigem Untergrund besteht die Gefahr der Verspannung im Antriebsstrang. Die Schulung vermittelt, wie man diese durch richtige Routenwahl und rechtzeitiges Deaktivieren der Sperren vermeidet.

Wirtschaftlichkeit & Sicherheit: Der ROI der Offroad-Fahrberechtigung

Die folgende Tabelle verdeutlicht, warum die Schulung nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine wertvolle Investition in die Betriebssicherheit und Kosteneffizienz ist.

Nutzenfaktor Konsequenz ohne Schulung Vorteil durch Qualifizierung (ROI)
Fahrzeugkosten Hoher Verschleiß, Schäden an Unterboden, Aufhängung und Karosserie. Kostenreduktion: Signifikant weniger Unfallschäden und geringerer Materialverschleiß durch technische Fahrweise.
Haftung & Recht Risiko bei Arbeitsunfällen; Vorwurf der mangelnden Fürsorgepflicht (DGUV). Rechtssicherheit: Nachweisbare Qualifikation nach OEM-Standard minimiert das Haftungsrisiko für das Unternehmen.
Projektablauf Zeitverlust durch festgefahrene Fahrzeuge oder ungeplante Werkstattaufenthalte. Termintreue: Effiziente Bewältigung der Teststrecken und Sicherstellung des Zeitplans (Projektsicherheit).
Mitarbeiterschutz Erhöhtes Unfallrisiko durch Selbstüberschätzung oder Unkenntnis der Physik. Prävention: Souveräner Umgang mit Gefahrensituationen (Schräglagen, Wasser) schützt Leib und Leben.

Vor dem Start – Der Geländewagen-Check

  • Fahrzeugzustand: Sind Öl, Wasser und Kraftstoffstände geprüft?

  • Ladungssicherung: Ist die Ladung (z. B. Messequipment) im Kofferraum oder auf der Ladefläche fest gesichert?

  • Luftfilter: Bei Fahrten durch Sand oder stark staubiges Gelände den Zustand des Luftfilters prüfen.

  • Bodenfreiheit: Sind alle abstehenden oder empfindlichen Teile unterhalb des Fahrzeugs entfernt oder geschützt (z. B. Haken)?

  • Rescue-Kit: Ist das nötige Equipment (Bergegurt, Schäkel, Handschuhe) griffbereit? (Wird oft in der Schulung selbst thematisiert).

Häufig gestellte Fragen zur Offroad-Fahrberechtigung (FAQ)

 

Wie lange ist die Offroad-Fahrberechtigung gültig?

In der Regel ist das Zertifikat nach OEM-Standard unbefristet gültig. Viele Unternehmen und Berufsgenossenschaften empfehlen jedoch eine Auffrischung alle 2 bis 3 Jahre, um sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand zu bleiben, insbesondere wenn neue Fahrzeugtechnologien oder Assistenzsysteme eingeführt werden.

Ist die Schulung als Arbeitsschutzmaßnahme anerkannt?

Ja, eine fundierte Offroad-Unterweisung gilt als Teil der gesetzlichen Unterweisungspflicht des Arbeitgebers (nach DGUV). Sie dient der Unfallverhütung bei besonderen Gefährdungen am Arbeitsplatz (in diesem Fall das unwegsame Gelände) und ist somit ein wichtiger Baustein im betrieblichen Arbeitsschutz.

Benötigen Teilnehmer einen speziellen Führerschein?

Voraussetzung für die Teilnahme ist lediglich ein gültiger PKW-Führerschein (Klasse B). Da die Schulung auf abgesperrtem Privatgelände stattfindet, sind keine zusätzlichen behördlichen Lizenzen nötig. Die Fahrberechtigung ist eine interne Qualifikation für den dienstlichen Einsatz.

Können auch Elektrofahrzeuge (BEV) im Offroad-Training genutzt werden?

Ja, sofern diese im Fuhrpark vorhanden sind. Die Schulung geht dann kurz auf Besonderheiten wie das sofortige Drehmoment ein, jedoch liegt der Fokus nicht auf der E-Mobilität, sondern auf der allgemeinen Geländekompetenz.

Findet das Training auch bei schlechtem Wetter statt?

Absolut. Regen oder Matsch bieten oft sogar eine bessere Lernumgebung für realistische Einsatzbedingungen.

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Offroad Fahrzeugerprobung

Offroad Fahrzeugerprobung

Der entscheidende Schritt zur Geländegängigkeit

Die Offroad Fahrzeugerprobung ist das unverzichtbare Bindeglied zwischen Konzept und Serienreife von geländegängigen Fahrzeugen. Sie ist ein technologisch anspruchsvoller und dynamischer Prozess, der sicherstellt, dass neue Fahrzeuge und deren komplexe Systems extremen Belastungen standhalten und alle Anforderungen an Geländegängigkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit erfüllen. In einer Zeit des fundamentalen Wandels gewinnt die präzise und umfassende Validierung unter extremen Bedingungen mehr denn je an Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Abläufe, die Schlüsselkomponenten und die Zukunft dieses zentralen Bereichs der Automobilindustrie.

Was umfasst die moderne Offroad-Fahrzeugerprobung heute?

Die moderne Fahrzeugerprobung ist ein ganzheitlicher Ansatz, der bei Geländefahrzeugen die extremen Belastungen des Einsatzes abbildet. Sie ist ein zentraler Prozess in der Fahrzeugentwicklung, der das Gesamtfahrzeug schrittweise zur Serienreife führt. Hierbei werden alle Funktionen und Komponenten unter verschiedenen Umgebungen (wie Schlamm, Sand, Fels und extreme Steigungen) beurteilt.

Der Prozess beginnt oft schon mit einem frühen Prototyp und endet erst, wenn Sicherheit, Zuverlässigkeit, Effizienz und vor allem die Robustheit gewährleistet sind. In jeder Phase werden Komponenten geprüft, Schwachstellen ermitteln und deren Zusammenspiel bewertet. Die Fahrzeugerprobung findet auf speziellen, anspruchsvollen Prüfgeländen und Härteprüfstrecken statt, um realitätsnahe Ergebnisse zu erzielen.

Wie läuft eine Gesamtfahrzeugerprobung im Gelände ab?

Die Gesamtfahrzeugerprobung ist ein vielschrittiger Prozess, der alle Systems des Fahrzeugs in den Fokus rückt und folgende Hauptschritte umfasst:

  • Fokus mechanische Eigenschaften: Die Erprobung konzentriert sich vorrangig auf das extrem belastete Fahrwerk, die Karosseriesteifigkeit und das dynamische Fahrverhalten auf unebenem Untergrund.
  • Prüfung von Komponenten: Neben den mechanischen Teilen werden auch kritische elektronische Komponenten, wie beispielsweise Traktionshilfen, bewertet.
  • Integration ins Gesamtfahrzeug: Nach der Bewertung einzelner Komponenten erfolgt die Integration, bei der die gegenseitige Abstimmung der vernetzten Systems (z.B. Allradsteuerung, Fahrwerkseinstellung) eine zentrale Rolle spielt.
  • Dauerhaltbarkeitstests: Ein wesentlicher Abschnitt ist die Dauerhaltbarkeit unter extremer Beanspruchung, um die Zuverlässigkeit langfristig zu sichern.
  • Ziel: Validierung: Die Durchführung dieser Fahrversuche hat zum Ziel, ein vollständig validiertes Fahrzeug zu erhalten, das allen Sicherheits- und Geländetauglichkeitskriterien entspricht. Die Erkenntnisse fließen direkt in die finale Optimierung ein.
OffroadFahrzeugerprobung

Warum ist die Leistung in der Offroad-Fahrzeugerprobung so wichtig?

Die Qualität und Leistung in der Offroad-Fahrzeugerprobung sind essenziell für die gesamte Automobilbranche, da Produktfehler im Gelände schwerwiegende Folgen haben können.

Aspekt Bedeutung im Offroad-Segment Rolle von Dienstleistern
Produktsicherheit Die Qualität der Prozesse entscheidet maßgeblich über die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge unter extremen Belastungen. Validieren Fahrzeuge und einzelne Komponenten auch unter widrigen Bedingungen.
Kundenzufriedenheit Direkte Auswirkung auf die Fahrerfahrung und die Geländetauglichkeit des Endprodukts. Bereitstellung von spezialisiertem Know-how und Erfahrung für eine objektive Bewertung.
Innovation & Effizienz Die Erprobung ist ein zentraler Baustein, um Innovationen wie neue Allrad-Systems zu integrieren und zu sichern. Führen tiefgreifende Analysen durch, begleiten Entwicklungsstände und optimieren den Prozess für OEMs.

Die Rolle von Versuchsfahrern und Entwicklungsingenieuren bei Extremtests

Ein Versuchsfahrer ist ein erfahrener Experte, der das Fahrzeug in verschiedenen Stadien durch extremes Gelände bewegt und dessen Fahrverhalten beurteilt. Er benötigt ein tiefes Verständnis für Traktion und Fahrwerksauslegung. Sie arbeiten eng mit Ingenieuren und dem Experten-Team zusammen.

Der Entwicklungsingenieur sorgt dafür, dass Erkenntnisse aus der Erprobung konsequent in die weitere Fahrzeugentwicklung einfließen. Zu seinen Aufgaben gehört die Analyse der Messdaten und die Bewertung funktionaler Zusammenhänge, insbesondere unter extremer Verwindung und Belastung. Er stellt die Schnittstelle zwischen Analyse, Interpretation und Umsetzung dar und arbeitet eng mit OEMs zusammen.

Welche Anforderungen stellen moderne Systems an die Erprobung von Geländefahrzeugen?

Moderne Fahrzeuge verfügen über eine Vielzahl vernetzter Systems, die unter extremen Bedingungen sicher und zuverlässig funktionieren müssen. Diese stellen hohe Anforderungen an die Erprobung von Fahrzeugen:

 >>> Funktionssicherheit im Extremfall: Die Systems müssen funktionieren, selbst wenn das Fahrwerk maximal ausgefedert oder das Fahrzeug extrem schräg steht.

>>> Spezifische Systeme: Die Validierung konzentriert sich auf:

    • Allradsteuerung und Traktionshilfen

    • Spezielle Assistenzsysteme für das Gelände

    • Robuste Softwarearchitekturen

>>> Ganzheitliche Validierung: Die Erprobung umfasst mechanische, elektronische und softwarebasierte Elemente zugleich.

>>> Entscheidende Zielkonflikte: Das Zusammenspiel zwischen Traktion, Sicherheit und Effizienz (z.B. Energieverbrauch bei Schlammfahrten) ist entscheidend.

Das erhöhte die Komplexität und somit den Anspruch an Fachkräfte in diesem Bereich Fahrzeugerprobung.

Spezifische Bewertung: Pkw (SUVs) und Lkw unter Offroad-Bedingungen

Die Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Fahrzeugklasse. Ein Pkw (z.B. ein SUV) stellt andere Anforderungen an den Komfort auf unwegsamen Strecken als ein Lkw, der auf maximale Stabilität, Nutzlast und Dauerhaltbarkeit unter schwersten Bedingungen ausgelegt ist.

Jedes Fahrzeug muss eine umfassende Bewertung durchlaufen, die sowohl mechanische als auch elektronische Komponenten berücksichtigt. Diese Prozesse finden primär in kontrollierten Bereichen (Prüfgelände) statt, die extreme Geländebedingungen simulieren.

OffroadFahrzeugerprobung

Wie unterstützen Messtechnik und Technologie?

Die Messtechnik ist ein zentraler Bestandteil moderner Fahrzeugentwicklung. Sie ermöglicht die präzise Erfassung von Belastungen, Verwindungen und funktionalen Abläufen während der Messfahrten im Gelände.

Durch moderne Sensorik und digitale Datenverarbeitung können Ingenieure Rückschlüsse auf das Fahrverhalten (z.B. Achsverschränkung) und die Belastbarkeit einzelner Komponenten ziehen. Diese Informationen sind unerlässlich für die Validierung. Die Automatisierung hilft, Entwicklungszyklen effizient zu gestalten.

Welche Leistungen im Bereich der Offroad-Erprobung bieten Dienstleister an?

Spezialisierte Dienstleister übernehmen vielfältige Aufgaben im Rahmen der Erprobung und bieten umfangreiche Leistungen im Bereich der Gesamtfahrzeugerprobung an. Dazu gehören die Vorbereitung und Durchführung von Fahrversuchen auf Extremstrecken, die Bewertung einzelner Komponenten und die Analyse von Verwindungsstrukturen.

Die Kombination aus Erfahrung, moderner Ausstattung und professioneller Durchführung sorgt für eine hohe Effizienz und Qualität in der Fahrzeugentwicklung im Offroad-Segment.

>>> Hier kannst du deine Offroad Fahrzeugerprobung anfragen!<<<

Häufig gestellte Fragen zur Offroad-Fahrzeugerprobung (FAQ)

 

Welche spezifischen Geländetypen werden getestet?

Typische Testbereiche umfassen Sand- und Dünenfahrten, Schotterpisten, Schlammgruben, felsige Passagen und extreme Steigungsstrecken, um alle Achs- und Fahrwerksbelastungen zu simulieren.

Wie unterscheidet sich die Offroad- von der normalen Pkw-Erprobung?

Der Fokus liegt nicht auf Fahrkomfort oder Höchstgeschwindigkeit, sondern auf Dauerhaltbarkeit der Struktur (Verwindung), der Traktion bei geringer Geschwindigkeit und der Robustheit von Komponenten (Stoßbelastung, Wasserdichtigkeit).

Welche speziellen Werkzeuge oder Messtechniken kommen im Gelände zum Einsatz?

Neben der Standard-Messtechnik werden oft spezielle Sensoren zur Messung der Achsverschränkung, des Neigungswinkels, der Bodenfreiheit und der Verwindungskräfte am Rahmen oder der Karosserie verwendet.4. Wie wird die „Geländetauglichkeit“ objektiv bewertet?

Wie wird die "Geländetauglichkeit" objektiv bewertet?

Anhand standardisierter Metriken wie Böschungswinkel, Rampenwinkel, Wattiefe, maximale Steigfähigkeit und der Leistung des Allradsystems (z. B. Sperrwirkung) auf unterschiedlichen Untergründen.

Welche Rolle spielt die Simulation in der Offroad-Erprobung?

Simulationen werden genutzt, um extreme Belastungsszenarien virtuell zu testen, bevor Prototypen gebaut werden. Sie sparen Zeit und Kosten, ersetzen aber nicht die finale physische Erprobung der Komponenten im realen Schmutz.

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Allrad Fahrzeuge

Allrad Fahrzeuge

Die bekanntesten Marken und Modelle im Überblick

 

Dacia

Duster 4×4 (Teilzeit-Allrad, ebenerdige Untersetzung)

Daimler Truck

Unimog (Portalachsen, 3 Sperren), Zetros (LKW 6×6), Atego (4×4), Acros (6×6)

Ford

Bronco (G.O.A.T. Modes, Disconnect), Ranger Raptor (elektr. Sperren), F-150 Tremor (4×4 High/Low), Transit 4×4 (permanenter Allrad), Transit Custom 4×4 (Cliff Custom)

Haflinger

Kleintransporter, 4×4, extrem geländegängig mit Portalachsen

Ineos

Grenadier (3 Sperren, Untersetzung, Low Range)

Iveco

Daily 4×4 (Part-Time 4WD, Untersetzung), Eurocargo 4×4 (hohe Bodenfreiheit), Tector 4×4

Isuzu

D-Max (Part-Time 4×4, Untersetzung, Achssperren), MU-X

MAN

TGE 4×4 (Transporter 4Motion), TGM/TGS 4×4 (Untersetzung, Differentialsperre), TGX 4×4 (Baumaschinen), Atego 4×4, Acros 6×6 LKW

Mercedes-Benz

GLA (4MATIC in Kompaktklasse), GLC (4MATIC, Plug-in Hybrid), GLE (vollvariabler 4MATIC, Offroad-Paket mit Low/High Range), GLS (früher GL), G-Klasse (3 Sperrdifferenziale, Portalachsen), X-Klasse (Part-Time 4WD), Sprinter 4×4² (elektr. Untersetzung

Mitsubishi

L200 Triton (Super Select 4WD-II, Untersetzung), Pajero (Super Select 4WD)eit.​

Nissan

Patrol Y62 (Full-Time 4WD, Untersetzung, Hinterachssperre), Navara Pro-4X (elektr. Sperre)

Pinzgauer

High Mobility Allrounder (6×6, preisgekrönt für militärische und zivile Nutzung)

Scania

P-Serie (Schwerlast-4×4), R-Serie 6×6/8×8 (Lastwagen-Allrad)

Subaru

Forester, Outback, XV (Symmetrical AWD)

Suzuki

Jimny (Part-Time 4WD, Untersetzung), Vitara Allgrip, S-Cross 4×4 (automatischer AWD)

Tatra

815 4×4/6×6 (Zentralrohrrahmen, Pendelachsen), Phoenix (Offroad-LKW, schwere Geländefähigkeit)

Volkswagen

Touareg (4X-Motion mit Untersetzung), Amarok (4Motion), Tiguan 4Motion, Crafter 4Motion

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Antrieb & Technik

Antrieb & Technik

Alle relevanten Begriffe im Überblick

 

ABS

Antiblockiersystem, das das Blockieren der Räder beim Bremsen verhindert und die Lenkbarkeit sowie Kontrolle im Gelände erhält. Es passt den Bremsdruck an jedes Rad individuell an, um optimale Traktion auf unebenem Untergrund zu gewährleisten. ABS ist essenziell für sicheres Bremsen in Schlamm, Sand oder Schnee.​

Achsdifferentiale

 Mechanische Bauteile in den Achsen, die unterschiedliche Raddrehzahlen zwischen linker und rechter Seite ermöglichen, etwa bei Kurvenfahrten. Sie sorgen für reibungslosen Kraftfluss und verhindern Raddrehzahldifferenzen, die das Fahrzeug blockieren würden. Im Offroad-Bereich werden sie oft mit Sperren kombiniert für maximale Traktion.

Allradantrieb (4x4)

Antriebssystem, bei dem alle vier Räder mit Motorkraft versorgt werden, um maximale Traktion auf schwierigem Untergrund zu erreichen. Es verteilt die Leistung dynamisch und verbessert die Geländetauglichkeit erheblich gegenüber Front- oder Heckantrieb. 4×4-Systeme sind Grundlage für Offroad-Fahrzeuge und kommen in verschiedenen Varianten vor.​

Differentialsperren

100%-Sperren an Achs- oder Zentraldifferenzialen, die den Drehzahlausgleich verhindern und die gesamte Kraft gleichmäßig auf beide Räder oder Achsen verteilen. Sie sind entscheidend bei starkem Schlupf, wie in Schlamm oder Sand, für maximale Traktion. Manuelle oder automatische Sperren erhöhen die Offroad-Fähigkeit erheblich.​

ESP Offroad

Angepasstes elektronisches Stabilitätsprogramm für Geländefahrten, das Seitenneigung und Schleudern erkennt und durch selektives Bremsen oder Motoreingriffe korrigiert. Es priorisiert Traktion über Straßenkomfort und kann temporär deaktiviert werden. ESP Offroad verbessert die Sicherheit bei Schrägfahrten oder unebenem Terrain.

Moderne Systeme (4Matic, 4Motion etc.)

 Elektronisch gesteuerte Allradsysteme wie 4Matic oder 4Motion, die Kraft variabel zwischen Achsen verteilen und Sensoren für Untergrund nutzen. Sie schalten automatisch zu und kombinieren Traktion mit Komfort für Straße und Gelände. Diese Systeme reagieren in Millisekunden und integrieren oft ESP oder ASR.​

Permanent-Allrad

Ständiger Antrieb aller vier Räder mit Mitteldifferential zur Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Es bietet durchgehende Traktion ohne manuelles Zuschalten und eignet sich für wechselnde Bedingungen. Permanenter Allrad minimiert Schlupf und verbessert Stabilität im Offroad-Einsatz.​

Permanent-Allrad mit abschaltbarer Vorderachse

Variante des Permanent-Allrads, bei der die Vorderachse bei Bedarf abgekoppelt werden kann, um Effizienz zu steigern. Sie passt sich Terrain an, indem sie bei Bedarf alle Räder antreibt oder auf Hinterachse umschaltet. Ideal für Fahrzeuge mit variablen Einsatzbereichen.​

Traktionskontrolle / ASR

Elektronisches System, das Durchdrehen der Räder verhindert, indem es Bremsdruck oder Motorkraft reduziert. Es verteilt Traktion intelligent und unterstützt bei Schlupf auf losem Untergrund. ASR ist Standard in modernen 4×4-Systemen und erhöht die Kontrollierbarkeit.​

Untersetzung / Low Range

Getriebeübersetzung, die Drehmoment vervielfacht für langsame, kraftvolle Fahrten in extremem Gelände. Sie reduziert die Drehzahl bei hoher Kraft, ideal für Steigungen oder Hindernisse. Untersetzung ist typisch für robuste Offroader und wird manuell geschaltet.​

Verteilergetriebe

 Mechanisches Getriebe, das Motorleistung auf Vorder- und Hinterachse verteilt, oft mit Untersetzung kombiniert. Es sorgt für symmetrische Kraftübertragung und ist Kern vieler klassischer 4×4-Systeme. Verteilergetriebe erhöhen die Geländetauglichkeit durch präzise Steuerung.​

Visco-Kupplung

Automatische Kraftverteilung durch viskose Flüssigkeit, die bei Drehzahldifferenz zwischen Achsen aushärtet und Traktion ausgleicht. Sie reagiert passiv auf Schlupf ohne Elektronik. Visco-Kupplungen sind robust, aber langsamer als moderne Systeme.​

Wattiefe

Maximale Tiefe einer sicheren Wasserdurchfahrt, abhängig von Fahrzeugabdichtung, Elektronik und Ansaugpunkten. Typisch 50-80 cm bei Offroadern; überschreiten erhöht Wassereintrittsrisiko. Wattiefe wird im Handbuch angegeben und erfordert langsame Fahrt.​

Zentral- oder Mitteldifferential

 Differential zwischen Vorder- und Hinterachse, das Drehzahldifferenzen ausgleicht bei Permanent-Allrad. Es verteilt Kraft variabel und kann gesperrt werden für maximale Traktion. Zentraldifferenziale sind essenziell für ausgewogene 4×4-Systeme.​.

Zuschalt-Allrad

Manuell zuschaltbarer 4×4 ohne Mitteldifferential, primär für losen Untergrund wie Schnee oder Schlamm. Es koppelt Achsen starr für direkte Kraftübertragung, ohne ständigen Verbrauch. Ideal für Offroad, wo hohe Traktion priorisiert wird.​

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